Qualitätsinitiative Uganda

Aus dem Schulalltag

Qualitätsoffensive für Bunyinza

Herbert Ackermann unterstützt die Gründung einer Berufsschule in Uganda

Im letzten Jahr besuchte ich erstmalig meine vier Patenkinder in Butiru, eine Stadt in der Nähe von Mbale in Uganda/Ostafrika, weil meine älteste den „Bachelor of Education“ abgeschlossen hatte. Die dortigen Umstände beeindruckten mich sehr und der Anblick der Elektroinstallation erweckte in mir den Gedanken:

„Sie sollten wenigstens wissen wie es richtig geht“.

Überblick verschafft

Ich verschaffte mir einen Überblick über den englisch-sprachigen Lehrplan und stellte fest, dass ein großer Anteil „Solar Energy“ ist. Daraufhin besorgte ich englischsprachige Lehrbücher und fand auch Sponsoren, welche mir die Anschaffung von Elektrowerkzeug mit VDE-Kennzeichnung und Geld für die Anschaffung von Solarpanelen, Messgeräten, Reglern und Wandlern ermöglichten.

Mit zwei Koffern machte ich mich im Februar 2020 auf den Weg, die frisch gestartete Klasse der Elektriker zu besuchen und die Lehrkräfte mit Rat und Tat zu unterstützen. Das neu errichtete Schulgebäude beherbergt Schreiner, Automechaniker, Friseure, Schneider und nun auch Elektriker. Die Elektrizitätsversorgung im Land ist gerade am Entstehen und es gibt auch Versuche, die Überlandleitungen anzuzapfen, was schon mehrere Todesopfer gefordert hat.

Den Unterricht stimmte ich mit der Haupt-Lehrkraft ab, denn wir nutzten die Gelegenheit, das Schulgebäude mit einer Elektroinstallation auszurüsten.

Das real live project.

Für die praktischen Tätigkeiten gibt es das Modul „Real Live Project“. Perfekt!

Im Modul „Solar Energy“ konnte ich mit den PV-Modulen und Messgeräten einen praxisorientierten Unterricht ermöglichen. Auch meine Skripten über PV-Anlagen, die ich ins Englische übersetzte, fanden großen Anklang. Im praktischen Teil konnten die Auswirkung der Verschattung von Modulen durch Messung des Stromes eindrücklich vermittelt werden.

Andere Wertvorstellungen

Ich wüsste noch viel zu erzählen,doch eine schon fast skurile Tatsache muss ich noch ergänzen: Die Bindung an den Klan, also Familie und Verwandtschaft ist traditionell sehr stark.Aus diesem Grund ist es auch so, dass man sich der Familie viel stärker verbunden fühlt als dem Arbeitgeber.

Deshalb ist es insoweit auch normal, dass ständig irgendetwas für den Eigenbedarf verschwindet, wenn man nicht streng kontrolliert. Aus diesem Grund sind für alle Aufgaben bestimmte Personen zuständig und überall werden Bücher über Ein- und Auslieferung geführt, die jederzeit nachvollziehbar zu prüfen sind.

Ohne Kontrolle geht nichts

Die Sache mit dem Schwund hat man hier an der Butiru School so gelöst, dass zum Monatsende, also vor der Auszahlung der Gehälter, überall Inventur gemacht wird. Jeder Lehrer, jede Köchin, jeder Lagerverwalter wird kontrolliert, ob alle Dinge in seinem Zuständigkeitsbereich noch vorhanden sind. Dafür sind die sogenannten „Bursar“ zuständig. Sind Verluste zu verzeichnen, werden diese Beträge einbehalten. Bei größeren Fehlbeträgen werden auch Kredite vergeben, die vom Gehalt abgezogen und in den nächsten ein bis zwei so gelöst, dass zum Monatsende, Jahren abbezahlt werden. Hier sind schon alle gelandet, von der Putzfrau wegen fehlender Lappen bis zum Schulleiter wegen fehlender Schulbeiträge. Der Druck der Verwandtschaft, insbesondere bei Krankheitsfällen, kann dann unendlich groß werden, dass selbst langjährige Mitarbeiter einknicken. Bei Wiederholung trennt man sich auch von Mitarbeitern.

Herbert Ackermann